Rak’a – Gebetshaltung im Islam

Posted on Posted in Aktuell, Bitte auch lesen., Grünes Heft 116, Texte

Wer eine Moschee besucht, sieht auch Musliminnen und Muslime beten: Oft vollziehen sie Bewegungsabläufe, die für jemanden, der nicht mit dem Islam vertraut ist, unverständlich ist. Wir erklären hier den Ablauf eines Gebetszyklus:

Vor dem Gebet jedoch vollziehen Musliminnen und Muslime erst  eine rituelle Waschung und sie bekräftigen, dass das Gebet ernsthaft ist. Das Gebet wird in arabischer Sprache verrichtet. Die Reihenfolge der einzelnen Elemente muss eingehalten werden. Beten darf man nur an einem sauberen Ort.

Gott ist der Allergrößte

akbiratu-l-ihram

.

 

qiyam

 

 

 

.

 

ruku‘

qama

sadschda

dschalsa

 

.

 

salam

akbiratu-l-ihram

Eröffnendes Takbir (d.h. 'Allahu akbar - Gott ist der Allergrößte' sprechen) = Aufrechtes Stehen in Richtung Mekka, beide Hände in Höhe des Halses oder der Ohren hebend, Handflächen nach vorn geöffnet.

„Gott ist der Allergrößte.“

qiyam

Aufrechtes Stehen = Hände zwischen Brust und Nabel verschränkt, rechte Hand auf linken Unterarm legen. Dabei betet man die 1. Sure des Korans - Fatiha (Eröffnung).

Im Namen Gottes, des Allerbarmers. des Barmherzigen. Alle Lobpreisung gebührt Gott, dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts. Dir allein dienen wir und Dich allein flehen wir um Hilfe an. Leite uns den rechten Pfad, den Pfad derer, denen Du gnädig bist, nicht derer, denen Du zürnst und nicht derer, die in die Irre gehen. Amen.

Anschließend wird eine weitere Sure bzw. mindestens drei Verse einer Sure rezitiert.

ruku‘

Verbeugen = Hände auf den Kniescheiben. Während der Bewegung: Tabkir. In der Verbeugung betet man:

„Preis sei meinem Herrn, dem Erhabenen.“ (3 mal)

qama

Aufrechtes Stehen = Hände an den Seiten.

„Gott hört den, der Ihn preist. Unser Herr, Lob sei Dir.“

sadschda

Niederwerfung = man fällt auf die Knie. Stirn, Nase, Handflächen, Knie und Zehenspitzen berühren den Boden. Während der Bewegung: Tabkir. Dann betet man:

„Preis sei meinem Herrn, dem Allerhöchsten“ (3 mal)

dschalsa

Aufsetzen = auf Knien und Füßen, Hände auf den Knien. Tabkir.

„Mein Herr, vergib mir“

 

2. sadschda und dschalsa

Anschließend eine zweites Saschda und Aufsetzen. Dann betet man:

„Ehre sei Gott und Anbetung und Heiligkeit.Friede sei mit Dir, o Prophet,und die Barmherzigkeit Gottes und Seine Segnungen. Friede sei mit uns und den frommen Dienern Gottes. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.“

 

salam

Wie Dschalsa - dabei Kopf nach rechts wenden und Salamsprechen, dann Kopf nach links wenden und Salam sprechen.

„Friede sei mit euch und Gottes Gnade.“(2 mal)

Zum Abschluss

Entweder wiederholt man das Rak'a oder man fährt sich zum Abschluss des Gebetes  mit den Handflächen durch das Gesicht. Dabei spricht man:

„O Gott, Du bist der Friede und aus Dir kommt der Friede hervor. Voller Segen bist Du, voller Majestät und Ehre.“

Supplement zur Grünen Reihe, Heft Nr. 116: Der Draht zu Gott - Gebet in den abrahamitischen Religionen, hrsg. von der Missionszentrale der Franziskaner, Bonn (April 2017). Text in Anlehnung an „Gebetshaltung und Texte des Pflichtgebetes“ Quelle: http://islam.de/50.php (Abruf 9.5.2017). Grafik unter Verwendung einer Bildserie von: Aloys Butzkamm (Pfarrbriefservice.de). Bestellung und Informationen zur interreligiösen Arbeit der Franziskaner unter: http://www.1219.eu.